Gemeindefahrt 17

Mit „Salvator-Tours“ ins Niederrheinische


Bei strahlendem Sonnenschein startete der Bus am 22. Mai zur 8. Gemeindefahrt  am frühen Montagmorgen zur Fahrt ins Niederrheinische. Unterwegs bestens mit Kaffee, Kuchen und Vesper versorgt, ging es weiter zum ersten Ziel des Tages, dem Aachener Dom, auch Hoher Dom zu Aachen, Aachener Münster oder Aachener Marienkirche genannt, ist sicherlich eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler der Welt. Der Dom in Aachen wurde daher 1978 auch als erstes deutsches Denkmal von der UNESCO in die Liste der Weltkulturerbe aufgenommen. Im Aachener Dom wurden nach Karl dem Großen von 936 bis 1531, also 600 Jahre lang, europäische Könige gekrönt oder geweiht. Nach der Führung durch den Dom und der Schatzkammer steuerte der Bus nach der sich anschließenden Mittagspause das Intercityhotel in Duisburg an, das für die nächsten Tage Unterkunft bot.

Am Dienstag folgte die Gruppe den Spuren der Römer und informierte sich in Xanten über deren Besiedlung am Niederrhein. Die Römer-, Dom- und Siegfriedstadt blickt auf eine über 2000-jährige Geschichte zurück. Ihre Anfänge liegen in der Errichtung des Legionslagers Vetera und der Colonia Ulpia Traiana im Römischen Reich und setzen sich fort mit der Gründung des Stifts St. Viktor im 8. Jahrhundert. Der Archäologische Park Xanten ist ein Freilichtmuseum mit auf der Grundlage originaler Fundamente rekonstruierten römischen Bauten. Nach einigen Erweiterungen erstreckt sich der Park fast auf dem gesamten Areal der früheren Colonia Ulpia Traiana. Teil des Parks ist das LVR-Römer-Museum. Gebäude und deren Einrichtungen und Gegenständen gaben einen plastischen Eindruck von der Lebensweise und Kultur der Römer. Am Nachmittag fuhr der Bus nach Wesel zur Rheinpromenade, wo bereits ein historischer Zug auf die Gruppe wartete. Gemütlich zuckelte die Dieselrangierlok mit zwei Wagen aus den 60er Jahren zum Wendepunkt Hohe Mark. Unterwegs gab es im alten Wasserwerk einen Einblick in die ehemalige Wasserversorgung der Stadt Wesel. Grundwasser und Wasser der vorbeiziehenden Lippe wurden heraufgepumpt, aufbereitet und dann ins Leitungsnetz gedrückt. Nach Rückkehr ins Hotel machten sich kleine Grüppchen auf, die Gastronomie Duisburgs zu erkunden und den Tag ausklingen zu lassen.

Ein Höhepunkt der Reise war sicherlich der Besuch des Mariendoms in Kevelaer, wo der Mittwoch mit einem Hochamt begann. Gottesdienst und anschließendes Orgelspiel war sehr eindrucksvoll und bewegend. Kevelaer feiert dieses Jahr 375 Jahre Wallfahrt und ist wichtigster und größter Marien-Wallfahrtsort Norddeutschlands. Eine ausführliche und äußerst kompetente Führung machte die Gruppe mit dem Ursprung und den Stätten der Wallfahrt vertraut. Der Nachmittag, eingeleitet mit einer Stärkung in einem Straßencafé in Kempen, führte durch die historische Altstadt. Das Gebiet der Stadt Kempen wurde bereits um 890 in den Heberegistern der Benediktinerabtei Werden als „Campunni“ erwähnt. Ab der Jahrtausendwende entstand rund um einen Herrenhof des Kölner Erzbischofs eine bäuerliche Siedlung. Im 13. Jahrhundert erhielt Kempen die Stadtrechte. Von 1396 bis 1400 wurde die kurkölnische Burg errichtet. Die Stadt erlebte im Spätmittelalter eine wirtschaftliche Blütezeit, etwa 2000 Einwohner lebten in der Stadt. In dieser Zeit lebte auch der berühmteste Sohn der Stadt, der Mystiker Thomas von Kempen (ca. 1380-1471). In der Reformationszeit gab es in Kempen auch eine Täufergemeinde.

Ein Panoramaschiff ermöglichte der Gruppe am Donnerstag den Blick auf Düsseldorf vom Wasser her. Von unterhalb des Burgplatzes ausgehend, zog das Schiff eine große Schleife, vorbei an Teilen der Altstadt, dem Fernsehturm, dem Landtag, der Staatskanzlei und weiteren beeindruckenden modernen Gebäudekomplexen. Wieder an Land brachte der Bus die Gruppe nach Kaiserswerth. Direkt am Rheinstrom und auf halbem Wege zwischen Düsseldorf und Duisburg liegt die ehemalige Reichsstadt Kaiserswerth. Der Rhein macht hier einen flachen Bogen, so dass der Fluss gut vier Kilometer überblickt werden kann. Direkt am Rheinufer erhebt sich die malerische Ruine der „Kaiserpfalz“ des sagenumwobenen Kaisers Friedrich Barbarossa. Die Pfalz -ursprünglich aus dem 10. Jahrhundert- war unter Kaiser Heinrich III. ausgebaut und zwischen 1174 - 1184 durch Kaiser Barbarossa erweitert worden, nachdem er den Rheinzoll von den Niederlanden nach Kaiserswerth verlegt und eine den Rhein beherrschende Festung benötigt hatte. Im Brauhaus Webster in Duisburg traf sich die Gruppe zum Abschlussabend bei einem rheinischen Büfett und Altbier.

Nach Kofferpacken und Beladung des Busses gings am Freitag zurück Richtung Köln, wo etwas Zeit war, den Dom und die umliegende Gegend zu erkunden und sich zum Gruppenbild vor dem Dom aufzustellen. Die Fahrt ging weiter nach Limburg, wo der Dom, die Burg und der Bischofssitz hoch über der Lahn thronen. Bei sommerlicher Wärme genehmigte man sich zuerst eine Erfrischung oder eine kleine Stärkung, um sich anschließend bei einer rheinisch geprägten und humorvollen Führung den Dom zeigen zu lassen. Von der Empore gegenüber der Orgel stimmte die Gruppe ein „Halleluja“ an und war beeindruckt vom wunderschönen Klang und dem Nachhall in diesem Gotteshaus. Gerne hätte man auch noch einen näheren Blick in den medienbekannten Bischofssitz geworfen, musste sich aber mit seiner Außenansicht begnügen. Nach einer zügigen Weiterreise erreichte die Gruppe gegen 19.00 Uhr den heimischen Giebel. Dem neuen Reiseleiter Franz Huber sei herzlich gedankt für seine tolle Vorbereitung und Begleitung der Reise. Es ist schön, dass die Tradition der Gemeindefahrten weitergeführt werden kann. Bei einem Nachtreffen im November kann ja schon mal über das Reiseziel 2018 spekuliert werden.